Beginner Other

Float fishing

What it's about: Float fishing for roach, rudd, tench and ide on Berlin city waters and Brandenburg lakes — rigs, time of day and honest tips.
Level
Beginner
Method
Other
Target fish
Plötze, Rotfeder, Aland
Gear

What you need.

Rute
Match- oder Stipprute 3,90–4,50 m, leicht (5–25 g)
Für die meisten BB-Stillgewässer reicht eine 4-m-Matchrute. Stippruten ohne Rolle sind günstig und sehr direkt — gut für Plötze in Ufernähe.
Rolle
Stationärrolle Größe 1500–2500 (nur bei Matchrute)
Leichte Rolle mit feiner Bremse. Bei Stipprute entfällt die Rolle komplett.
Hauptschnur
Monofile 0,14–0,18 mm
Mono ist hier wichtig — Geflecht ist für feines Posenfischen meist zu unbarmherzig.
Vorfach
0,10–0,14 mm Fluorocarbon, 30–50 cm
Auf Schleie etwas stärker (0,16 mm), auf Plötze gerne fein bis 0,10.
Pose
1,0–4,0 g Tragkraft, je nach Wind/Wurfweite
Stehende Wagglerposen für Wind, schlanke Stippposen bei ruhigem Wasser. Lieber etwas zu schwer als zu leicht.
Haken
Größe 14–18 für Plötze/Rotfeder, Größe 10–12 für Schleie
Wide-Gape oder mittlerer Schenkel — kleinere Haken sind kein Tabu, größere Fische lassen sich auch mit Gr. 14 fangen.
Bleischrot
Set 0,01–0,4 g, gestaffelte Verteilung
Das eigentliche Können beim Posenfischen liegt in der Bleimontage. Schwerere Schrote oben, feinere zum Vorfach hin — der Köder sinkt natürlicher.
The method

How it works.

Note: The detailed walkthrough below is still in German — the English translation is in preparation.

Wer mit einer Pose am See sitzt, sieht jedem Biss zu, bevor er ihn fühlt. Das ist der Grund, warum Posenfischen seit Generationen die erste Methode ist, die in Berlin und Brandenburg Kindern und Erwachsenen beigebracht wird. Es ist sichtbar, geduldig, lehrreich — und an unseren Gewässern fängt man damit nach wie vor sehr zuverlässig Fisch.

Diesen Guide schreibe ich für Anfänger und für alle, die nach Jahren des Spinnfischens wieder zu den Grundlagen zurückkehren. Beides ist kein Widerspruch.

Wie funktioniert Posenfischen?

Die Pose (auch „Schwimmer” oder „Float”) liegt auf der Wasseroberfläche und zeigt dir an, was am Köder passiert. Unter der Pose hängt deine Schnur senkrecht ins Wasser, beschwert mit gestaffelten Bleischroten, dann Vorfach und Haken mit Köder. Beißt ein Fisch, zieht er die Pose ein, kippt sie zur Seite, oder hebt sie an — drei verschiedene Bisstypen, die du mit der Zeit auseinanderhalten lernst.

Eine typische Plötzen-Montage am See:

  1. Hauptschnur durch die Rutenringe
  2. Pose mit zwei Silikon-Stoppern fixieren (Loten ist Pflicht: die Tiefe muss zur Wassertiefe passen)
  3. Schwere Schrote in der oberen Schnur-Hälfte, feinere zum Vorfach hin
  4. Knoten zum Vorfach (Gr. 0,12 mm, 40 cm)
  5. Haken Gr. 16 mit zwei Maden oder einem Korn Mais

Ausgeworfen wird mit unteranierter Bewegung, sodass die Pose flach aufkommt. Dann anfüttern: drei kleine Bälle aus feuchtem Grundfutter dorthin, wo die Pose treibt. Und warten.

Beim Stippen mit fester Rutenspitze gibt es keinen Wurf — du legst die Montage einfach ab. Das ist die direkteste, sensibelste Variante und für die meisten Berliner und Brandenburger Uferpartien am See völlig ausreichend.

Für welche Fische — und wann

In unseren Gewässern sind die Klassiker fürs Posenfischen:

  • Plötze ist die häufigste Friedfisch-Art. Schwärme ziehen über sandige Bereiche, beißen den ganzen Tag. Maden, Brot oder Mais. Kein Mindestmaß in BB.
  • Rotfeder mag flache, warme Buchten und steht oft direkt unter der Oberfläche. Brot oder Mais an einer schwimmenden Pose ist Klassiker — perfekt fürs Angeln mit Kindern. Kein Mindestmaß.
  • Aland ist der Fluss-Verwandte der Plötze. An Strömungskanten in Spree und Havel — Wurm oder Mais an stehender Pose. Mindestmaß in BB 30 cm.
  • Schleie ist mit der Pose schwieriger als am Grund, aber möglich: morgens an Krautlücken, mit fein angefütterten Maden. Mindestmaß 25 cm.
  • Brassen lassen sich mit Posenmontage in mittlerer Tiefe fangen, wenn sie sich nicht direkt am Grund halten — vor allem im Sommer, wenn das Wasser tagsüber wärmer wird.
  • Karausche ist ein scheuer Friedfisch, der feinste Montagen verlangt — wer sie regelmäßig fängt, hat sein Material wirklich verstanden.

Eine kurze Anmerkung zu Schonzeiten: alle hier genannten Friedfische sind in BB und Berlin ganzjährig erlaubt (Schonzeiten-Kalender). Hechte und Zander, die beim Posenfischen mit Köderfisch beißen, sind in ihrer Schonzeit (Feb–März bzw. Apr–Mai) sofort und vorsichtig zurückzusetzen.

Wo in Berlin & Brandenburg

Posenfischen verzeiht mehr Fehler als Grundangeln — du brauchst keinen weiten Wurf, keine schwere Montage, kein großes Equipment. Damit eignet es sich nahezu überall, wo man legal angeln darf. Ein paar konkrete Empfehlungen:

In Berlin:

  • Der Müggelsee ist auch fürs Posenfischen einer der besten Plätze. Die Flachzonen am Müggelpark und an der Großen Krampe sind voller Plötze und Rotfeder. Beim Stippen mit 4-m-Rute hängst du oft direkt im Schwarm.
  • Der Landwehrkanal klingt urban, hat aber überraschend gute Friedfisch-Bestände — Brassen und Rotfeder vor allem an den ruhigen Stellen abseits der Anlegestellen.
  • Der Tegeler See mit seinen Buchten und Schilfkanten — abends auf Schleie an den Krautlücken am Westufer.

In Brandenburg:

  • Der Liepnitzsee ist klar genug, dass du Schwärme oft sehen kannst — Plötze und Rotfeder, manchmal ein Hecht-Beifang. Schöne Lehr-Gewässer.
  • Der Krossinsee und der Wolziger See sind Friedfisch-Klassiker. Wenig Bootsbetrieb, viele Uferstellen, geeignet auch fürs Erstwurf-Lernen.
  • Der Teltowkanal hat an den Spundwänden Brassen, Karausche und Plötze — die Schifffahrt verlangt etwas mehr Vorsicht (Wellen), aber die Fänge lohnen sich.

An Flüssen:

  • An der Spree in Berlin im Bereich Stralauer Spitze und an den Brücken-Pfeilern: Aland und Plötze in der Strömungskante mit stehender Pose.
  • An der Havel Aland, Brassen und Plötze — die Schwärme ziehen mit der Strömung, du musst dich darauf einlassen, ihnen mit der Pose nachzukommen.

Ausrüstung

Das schöne am Posenfischen: du kommst mit sehr wenig sehr weit. Eine Komplett-Ausstattung — Rute, Pose, Schnur, Haken, Schrote, Vorfach — gibt’s beim lokalen Berliner oder Brandenburger Angelladen für 50–80 €, und damit fängst du im ersten Sommer dreistellige Plötzen-Zahlen. Wer mehr ausgibt, fängt nicht mehr Fisch — er fängt eleganter.

Köder-Set für ein ganzes Posen-Jahr in BB:

  • Maden (Plötze, Brassen, Schleie, Karausche)
  • Mais (Rotfeder, Plötze, größere Fische)
  • Brot (Rotfeder, Aland an der Oberfläche — der unterschätzte Köder, der nichts kostet)
  • Optional Caster (gekochte/gebackene Maden) für selektives Plötzen-Angeln in größeren Tiefen

Grundfutter selbst zu mischen ist sinnvoller, als teures Spezialfutter zu kaufen — Paniermehl, etwas Mais, ein Schuss Honig, fertig.

Praxis-Tipps aus der Region

Loten ist Pflicht. Bevor du fischst, lote die Tiefe mit einem schweren Schrot am Haken aus — dann stellst du die Pose so, dass der Köder knapp über Grund schwebt oder ihn berührt. Das ist die häufigste Stellschraube, an der Einsteiger scheitern.

Wind nutzen statt bekämpfen. Wagglerposen mit „Drift Beater”-Aufsatz halten auch bei mäßigem Wind in Position. Auf Berliner Seen ist der Wind selten lange spiegelglatt; eine Wagglerpose mit 2–3 g Tragkraft ist nahezu immer die richtige Wahl.

Anfüttern in kleinen Portionen. Ein Tennisball-großer Klumpen beim Start, dann alle 10–15 Minuten einen kirschgroßen Nachfütter-Ball. Das hält den Schwarm in Reichweite, ohne ihn zu sättigen.

Tageszeit. Plötze und Rotfeder beißen den ganzen Tag, aber die produktivsten Stunden sind die zwei nach Sonnenaufgang und die zwei vor Sonnenuntergang — vor allem im Sommer, wenn das Wasser tagsüber lau und träge wird. Schleie nahezu ausschließlich in der Dämmerung.

Angeln mit Kindern. Posenfischen ist ideal — sichtbar, geduldig, kein gefährliches Werkzeug. In Brandenburg dürfen Kinder unter 8 Jahren in Begleitung eines Inhabers des Fischereischeins fischen (Stand 2026). Ein Brot-Krümel an einer kleinen Pose, eine Stelle, an der nichts schiefgehen kann — und meist beißt ein Ukelei oder eine Rotfeder schneller, als du den Haken montiert hast.

Häufige Fragen

Stipprute oder Matchrute — was nehme ich für den Anfang? Stipprute (3,60–4,50 m) ohne Rolle ist günstiger, einfacher zu handhaben, und für die meisten BB-Uferstellen völlig ausreichend. Eine Matchrute lohnt sich, sobald du regelmäßig weiter wirfst als 8–10 m oder bei Wind feedern willst.

Funktioniert Posenfischen auch im Winter? Ja, aber mit reduzierter Erwartung. Plötze und Rotfeder beißen auch bei 4 °C Wassertemperatur, allerdings sehr verhalten. Feinste Montage, kleine Köder (eine halbe Made), viel Geduld. Bei Eis: keine Empfehlung, das ist eigene Disziplin.

Welche Pose für Anfang — Waggler, Stipp, oder Posen-Sortiment? Drei Posen reichen für den Einstieg: eine 2-g-Wagglerpose (Wurfweite + Wind), eine 1-g-Stippose (ruhige Ufer), eine 0,5-g-Feinpose (Krautlücken). Damit deckst du 90 % der BB-Gewässer ab.

Brauche ich einen Setzkescher? Wenn du Fang behältst: ja, sauberer und tierfreundlicher als an einem Strang. Wenn du C&R machst (was bei Friedfischen oft sinnvoll ist): nein, einfach abhaken und zurücksetzen. Übrigens: Plötze unter 12 cm würde ich grundsätzlich zurücksetzen, auch wenn rechtlich erlaubt — der Bestand dankt es.

Was tun, wenn ich einen Hecht beim Posenfischen fange? Vorsichtig drillen (deine Schnur ist zu fein), schonend abhaken (Hechtzange), zurück ins Wasser. In der Hecht-Schonzeit (01.02.–31.03. in BB, Schonzeiten-Kalender) ist das Pflicht — aber auch außerhalb gehört der Hecht beim Posenfischen nicht ins Beuteschema.


Letzte Aktualisierung: 04. Juni 2026. Alle Angaben ohne Gewähr — verbindlich sind die Brandenburger Fischereiordnung und die Berliner LFischO.

As of 04 June 2026. This method page is updated continuously — new spots, bait tips and seasonal notes are added over time.
Method guide